Einladung

     GeFiS & RotFuchs & COSI            

               zur Podiumsdiskussion

„50 Jahre Unidad Popular in Chile und Theologie der Befreiung         

                                                mit                                            

                 

                             Dr. Michael Ramminger

  (studierter Theologe und Mitbegründer des         Instituts für Theologe
  und Politik in Münster)

  Sonnabend:     15. August 2020

 

  Beginn:            10.00 Uhr

 

  Eintritt:              frei

 

  Ort : Haus der Vereine Evershagen

       Henrik – Ibsen - Str. 20

       18106 Rostock

 

  Die Organisatoren bitten für die Absicherung     der Veranstaltung, um eine Spende!

 

  • Vorstand RotFuchs Förderverein e.V. Rostock  
  • GeFiS

 

  Kontakt: Carsten Hanke

                  gefis2020@web.de

                                                     

„50 Jahre Unidad Popular in Chile und Theologie der Befreiung“

  Der Referent Dr. Michael Ramminger hat als       Theologe, der sich ganz der Theologie der           Befreiung widmet, eine neue Sicht auf viele       Ereignisse von 1970 -1973 dargelegt. Er                   forderte z.B. die positiven Jubiläen zu feiern,       nicht die Niederlagen. Also den Jahrestag des   Sieges der Unidad Popular in Chile 1970 und       nicht den Jahrestag des Militärputsches 1973.       Er stellte uns die Bewegung „Christen für den     Sozialismus“ vor, eine heute                                       länderübergreifende Bewegung, deren               Ursprung in Chile liegt. Seit 1913 gab es dort         kirchliche Initiativen und Bildungsarbeit mit          dem Ziel der Beeinflussung gesellschaftlicher   Prozesse im Interesse der Armen und                   Benachteiligten. Verstärkt wurden diese               Aktivitäten nach dem 2. Vatikanischen Konzil     1960. Es gab klare Positionen innerhalb der         Kirche, besonders zu ihrer Stellung in der             Gesellschaft mit der Aussage „ die Kirche             steht nicht außerhalb der                                           Klassengesellschaft “. Diese Haltung führte         dazu, dass 80 Priester die Unterstützung ihrer     Bewegung für Präsident Allende anboten.           Verstärkt wurde diese Zusammenarbeit nach dem Besuch Fidel Castros 1971 in Chile.  Er  stellte fest, dass beide Seiten die Überwindung der Klassengesellschaft zum Ziel haben .Die „Christen für den Sozialimus“ verstehen das Christentum als    Befreiungsgeschichte. Dieses Verständnis           erklärte der Referent anhand der Bibel. Damit   zeigte er sehr eindringlich, dass die                       Interpretation der biblischen Texte durch die     Amtskirche benutzt werden, um den Einfluss der Amtsträger zu sichern. Die Unidad                   Popular suchte ihren Rückhalt vor allem bei der zahlenmäßig geringen Arbeiterschaft, die CfS in den Armenvierteln beim Subproletariat, das den weitaus größten Bevölkerungsanteil  ausmachte. Ab 1972 institutionalisierten sich die CfS zunehmend, parallel dazu wurden zunehmend Differenzen innerhalb der Unidad   Popular offensichtlich. Die von Allende        verfolgte Linie, im Rahmen der bestehenden     Verfassung eine sozialistische Gesellschaft       aufzubauen geriet an ihre Grenzen. Die                 Zuversicht in diese Entwicklung ging bei der  CfS wurde immer geringer. Das führte zu   einer zunehmenden Distanzierung. Dennoch  wurden die CfS nach dem Militärputsch verfolgt. Der Referent brachte die Lehren aus dieser Entwicklung auf den Punkt : „aktuelle Politik kann nicht in der Bibel abgebildet werden; Politik beschränkt sich nicht auf die Eroberung der Staatsmacht und die Partei ist   nicht die letzte Instanz“. Es war nach                       Einschätzung der anwesenden Gäste eine  der besten Veranstaltungen der letzten Jahre mit einem Referenten, der eine völlig neue         Betrachtungsweise dieser Vorgänge möglich   machte. Und der zeigte, dass es Verbündete im Streben nach wirklichen                                       gesellschaftlichen Veränderungen gibt wo man sie vielleicht nicht vermutet. 

Eine gemeinsame Veranstaltung des GeFiS mit dem Komitee für Solidarität und Frieden (COSI) aus Venezuela und dem RotFuchs Förderverein e.V. Regionalgruppe Rostock

 

August        2020